KI-Tools · 17. September 2026

Ein Claude.
Kein Fensterwechsel mehr.

Wer mit Claude arbeitet, musste bisher vorher entscheiden: kurze Frage im Chat, größere Aufgabe in Cowork, Gestaltung in Claude Design. Damit ist bald Schluss. Anthropic legt alles zusammen und bringt zwei neue Werkzeuge mit, Claude Docs und Claude Slides. Wir arbeiten selbst jeden Tag mit Claude, deshalb schauen wir genau hin.

Lesedauer5 Minuten
KategorieKI-Tools
QuellenTechCrunch, VentureBeat, Unite.AI, 16. September 2026
Stand17. September 2026
✦ ANTHROPIC LEGT CLAUDE CHAT UND COWORK ZU EINEM CLAUDE ZUSAMMEN ✦ CLAUDE ENTSCHEIDET SELBST, OB KURZE ANTWORT ODER GRÖSSERE AUFGABE ✦ NEU: CLAUDE DOCS UND CLAUDE SLIDES, EXPORT ALS PDF ODER POWERPOINT ✦ ABER: ZUERST FÜR PRO UND MAX, FREE UND TEAM ERST SPÄTER ✦ ANTHROPIC LEGT CLAUDE CHAT UND COWORK ZU EINEM CLAUDE ZUSAMMEN ✦ CLAUDE ENTSCHEIDET SELBST, OB KURZE ANTWORT ODER GRÖSSERE AUFGABE ✦ NEU: CLAUDE DOCS UND CLAUDE SLIDES, EXPORT ALS PDF ODER POWERPOINT ✦ ABER: ZUERST FÜR PRO UND MAX, FREE UND TEAM ERST SPÄTER

Das Problem
war das Fenster.

Anthropic hatte Cowork als eigenen Ort für größere Arbeiten gebaut und Claude Design für Gestaltung. Die Rückmeldung der Nutzer war laut Anthropic eindeutig: Das Lästige war nicht die Arbeit selbst, sondern die Frage, wo eine Aufgabe hingehört. Und was in einem Bereich begann, ließ sich im anderen nicht fortsetzen. Am 16. September hat Anthropic deshalb angekündigt, Chat und Cowork zu einem Claude zusammenzulegen.

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Beschreiben,
nicht auswählen.

Im zusammengelegten Claude gibt es keinen Modus mehr, den man vorher wählt. Man beschreibt, was man braucht, und Claude entscheidet, welches Werkzeug dafür passt: eine schnelle Antwort auf eine Frage oder eine größere Aufgabe wie eine Recherche, einen Bericht, eine Tabelle oder eine Präsentation. Das Ergebnis kommt als fertige, bearbeitbare Datei zurück. Auch Claude Design, bisher ein eigener Bereich für Websites und Entwürfe, funktioniert jetzt direkt im Gespräch.

Dazu kommen zwei neue Werkzeuge. In Claude Docs entstehen Dokumente, an denen man gemeinsam mit Claude arbeitet: Abschnitte anlegen, Fragen stellen, kommentieren, per Link teilen und auch am Handy bearbeiten.

Claude Slides ist für Präsentationen gedacht: erstellen, bearbeiten, vorführen, und für die Weitergabe als PDF oder PowerPoint exportieren. Gerade der PowerPoint-Export ist für den Alltag wichtig, denn die Präsentation landet am Ende meist doch beim Kunden, der mit seinem eigenen Programm weiterarbeiten will.

Ausgerollt wird in den kommenden Wochen zuerst für Pro- und Max-Abonnenten, im Web, am Desktop und in den Apps. Die kostenlose Stufe und Team-Tarife sollen folgen. Unternehmenskunden bekommen laut Berichten mindestens 30 Tage Vorlauf, bevor sich bei ihnen etwas ändert.

ABER: Noch nicht für alle, und einiges ist offen

Wann genau welcher Tarif die Neuerungen bekommt, nennt Anthropic nicht, ebenso wenig Nutzungsgrenzen für Docs und Slides. Mehrere Fachmedien beschreiben Docs und Slides als Beta, also als Werkzeuge, die sich noch ändern können. Und ob Claude die Aufgabe immer dem richtigen Werkzeug zuordnet, muss sich im Alltag erst zeigen. Wer eine bestimmte Arbeitsweise gewohnt ist, sollte in den ersten Wochen genauer hinschauen, was Claude daraus macht.

Das neue Claude in Kürze

Angekündigt16. September 2026
Chat und Coworkwerden ein Claude
Werkzeugwahltrifft Claude selbst
Claude Docsgemeinsam bearbeiten, kommentieren, teilen
Claude SlidesExport als PDF oder PowerPoint
Claude Designjetzt im Gespräch
Zuerst fürPro und Max, Free und Team später
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Vom Entwurf
zur fertigen Datei.

Für Betriebe ist die wichtigste Veränderung nicht die Technik, sondern der Weg bis zum Ergebnis. Bisher hieß KI im Büro oft: Text im Chat erzeugen, kopieren, in Word oder PowerPoint einfügen, formatieren, nachbessern. Mit Docs und Slides entfällt ein Teil davon. Ein Angebot, ein Monatsbericht oder die Präsentation für den Kundentermin entstehen direkt als Datei, die man bearbeitet und weitergibt.

Wir sehen das in unserer eigenen Arbeit: Der größte Zeitfresser war nie das Schreiben, sondern das Hin und Her zwischen Programmen. Wenn das wegfällt, wird KI im Büro vom Textgenerator zum Arbeitsplatz.

Zwei Dinge bleiben trotzdem Handarbeit. Erstens die Prüfung: Zahlen, Preise und Zusagen in einem Angebot gehören vor dem Versand in menschliche Hände, egal wie gut die Datei aussieht. Zweitens der Datenschutz: Wer Kundendaten, Verträge oder interne Zahlen in Claude verarbeitet, klärt vorher, welcher Tarif welche Vereinbarungen zur Auftragsverarbeitung bietet. Das gilt für Docs genauso wie für den Chat.

ABER: Schöne Dateien sind nicht automatisch richtige Dateien

Je fertiger ein Ergebnis aussieht, desto eher wird es ungeprüft weitergegeben. Eine sauber formatierte Präsentation mit einer falschen Zahl ist gefährlicher als ein holpriger Entwurf, bei dem jeder genau hinschaut. Legt deshalb fest, wer im Betrieb Angebote und Präsentationen vor dem Versand prüft, bevor ihr die neuen Werkzeuge breit nutzt.

Einsatz im Betrieb

Angeboteals Datei, Preise selbst prüfen
Monatsberichtedirekt als Dokument
KundenpräsentationSlides, Export PowerPoint
KundendatenTarif und AV-Vertrag klären
Freigabevor dem Versand durch einen Menschen

UPDATE 18.09.2026: Word-Export für Docs, Grafiken direkt im Chat

heise nennt zwei Details, die für den Büroalltag wichtig sind. Erstens lassen sich Texte aus Claude Docs nach Google Docs und Microsoft Word exportieren, weitere Formate sollen folgen. Du kannst also in Claude schreiben und im gewohnten Programm weiterarbeiten oder die Datei an Kunden und Kollegen schicken. Zweitens ist Claude Design künftig direkt im normalen Gespräch erreichbar und erstellt auf Anfrage einseitige Grafiken, etwa Aushänge oder einfache Infografiken, zum Herunterladen als Bild oder PDF.

Docs, Slides und Design bleiben Beta-Funktionen für zahlende Tarife. In Firmenkonten schalten Administratoren sie frei. Für einen Aushang oder eine schnelle Grafik lohnt sich der Test, für Werbemittel mit festem Markenauftritt prüfst du Farben, Schriften und Logo besser noch selbst nach.

Nachtrag 21.09.: Laut Computerworld lassen sich Dokumente auch als PDF und Markdown exportieren und mit Kollegen gleichzeitig bearbeiten. Wichtig für Firmenkonten: In den Tarifen Team und Enterprise fehlen bislang Versionsverlauf, abgestufte Zugriffsrechte und das Teilen nach außen. Für Verträge, Angebote oder alles, was nachvollziehbar bleiben muss, bleibt die fertige Fassung deshalb vorerst besser in Word oder Google Docs.

Quellen: heise online, 16.09.2026; Computerworld, 17.09.2026

UPDATE 24.09.2026: ChatGPT sitzt jetzt auch in Word

Während Anthropic eigene Dokumente in Claude baut, geht OpenAI den anderen Weg und setzt sich in das Programm, das die meisten ohnehin benutzen: Seit dem 17. September gibt es ein ChatGPT-Zusatzprogramm für Microsoft Word, als Seitenleiste zum Entwerfen, Überarbeiten, Korrekturlesen, Zusammenfassen und Formatieren. Es lässt sich laut Berichten in allen ChatGPT-Tarifen nutzen, auch im kostenlosen, und reiht sich neben die bestehenden Erweiterungen für Excel und PowerPoint. Ab dem 1. Oktober soll der Zugang in Word standardmäßig eingeschaltet sein.

Für Betriebe heißt das: Wer mit Word arbeitet, muss zum Schreiben nicht mehr zwischen Fenstern wechseln. Wer Firmenkonten verwaltet, sollte allerdings vorher klären, ob die Erweiterung eingeschaltet bleiben soll, bevor sie am 1. Oktober von selbst auftaucht, und welche Dokumente damit verarbeitet werden dürfen.

Quellen: Neowin; BestMediaInfo

UPDATE 26.09.2026: Anthropic startet den Claude Marketplace

Anthropic hat am 23. September den Claude Marketplace gestartet, einen Katalog, der drei Dinge zusammenbringt: nach eigenen Angaben über 2.000 Anbindungen und Erweiterungen, darunter Google, Microsoft, Notion, Salesforce und Atlassian, dazu Software anderer Anbieter, die auf Claude aufsetzt, und Beratungshäuser für die Einführung. Seit dem 25. September können Anbieter eigene Einträge einreichen.

Der kaufmännische Teil richtet sich klar an große Häuser: Wer ein jährliches Ausgabevolumen bei Anthropic zugesagt hat, kann einen Teil davon für Software von Partnern einsetzen, ohne dass Anthropic daran mitverdient. Für einen Betrieb unserer Größe ändert das nichts. Nützlich ist trotzdem der Katalog selbst: Statt zu raten, ob es für ein Programm eine Anbindung gibt, schaut man an einer Stelle nach. Genau das war bisher die mühsamste Frage bei jeder Einführung.

Quelle: Berichte über die Ankündigung von Anthropic vom 23.09.2026, unter anderem The Next Web. Die Seite von Anthropic selbst ist für uns nicht direkt abrufbar, die Zahlenangaben stammen vom Anbieter.

UPDATE 09.10.2026: Docs, Slides und Design sind aus der Beta, auch im Gratis-Tarif

Anthropic hat am 8. Oktober 2026 Claude Docs, Slides und Design aus der Beta geholt. Die drei Werkzeuge stehen jetzt in allen Tarifen, auch im kostenlosen; der Satz „Beta für zahlende Tarife“ weiter oben gilt damit nicht mehr. Anthropic nennt 45 Millionen Dokumente, Präsentationen und Entwürfe, die seit dem Start entstanden sind. Laut The Decoder soll Claude Design bis zum 14. Dezember 2026 ganz in die Hauptanwendung wandern.

Mit derselben Ankündigung kamen zwei neue Werkzeuge in die Beta: Claude Dashboards baut aus Datenbanken und CRM-Daten lebende Auswertungen (alle bezahlten Tarife), Claude Motion macht aus einem Satz ein animiertes Erklärvideo als MP4, ohne KI-Darsteller, nur in Team und Enterprise. Einen Tag vorher hatte Anthropic Claude Haiku 5.5 veröffentlicht, 90 Prozent billiger als der Vorgänger. Beides mit Haken und Praxistipp in unserem Beitrag Zehn Cent je Million Token.

Quellen: Claude, Ankündigung Dashboards und Motion, 08.10.2026; Preisseite; The Decoder, 08.10.2026

So bereitest du dich vor

Sucht euch zwei wiederkehrende Dokumente aus, die heute am meisten Zeit kosten, zum Beispiel das Standardangebot und die Präsentation für Neukunden. Schreibt für beide auf, welche Teile immer gleich sind, welche Angaben sich ändern und wer vor dem Versand prüft. Sobald Docs und Slides bei euch ankommen, habt ihr damit die perfekte Vorlage: Claude bekommt Aufbau und feste Teile, ihr gebt die wechselnden Angaben dazu, und die Prüfung ist schon geregelt.

Was ich
daraus mitnehme.

Ich finde den Schritt richtig, weil er ein echtes Alltagsproblem löst. Die Frage „Chat oder Cowork?“ hat mich selbst öfter aufgehalten, als ich zugeben mag. Ein Claude, der selbst merkt, ob ich eine kurze Antwort oder eine fertige Präsentation brauche, ist genau die Richtung, die KI im Büro braucht.

Gleichzeitig bleibe ich bei meiner Grundregel: Je selbstständiger das Werkzeug arbeitet, desto klarer muss sein, wer am Ende prüft. Docs und Slides machen Angebote und Präsentationen schneller. Richtig werden sie erst durch den Menschen, der sie vor dem Versand liest.

Merken für die Praxis

Anthropic legt Chat und Cowork zu einem Claude zusammen, Claude wählt das Werkzeug selbst.
Neu sind Claude Docs und Claude Slides, Präsentationen lassen sich als PDF oder PowerPoint exportieren.
Zuerst für Pro und Max in den kommenden Wochen, Free und Team folgen später.
Für Betriebe: Vorlagen für wiederkehrende Dokumente vorbereiten und die Prüfung vor dem Versand festlegen.

Quellen: TechCrunch vom 16. September 2026 (Zusammenlegung, automatische Werkzeugwahl, Funktionen von Docs und Slides, Export, Rollout); VentureBeat und Unite.AI zur Begründung von Anthropic, zum Beta-Status und zum Vorlauf für Unternehmenskunden. Anthropics eigene Mitteilung war für uns nicht direkt abrufbar. Stand: 17.09.2026.

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